Inland

Zwei Tage vor der Budgetrede hat die Koalition noch immer zwei offene Punkte, was die Begleitmaßnahmen betrifft. Weder bei der Parteienförderung noch bei den neuen Regeln zum „Parken“ von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern beim Arbeitsmarktservice (AMS) gab es bis heute Mittag ein Einigung zwischen den drei Parteien. Durchaus möglich ist, dass man sich erst im letzten Moment in der Nacht auf Mittwoch verständigt.

Was das AMS angeht, war geplant, dass auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verstärkt zur Kasse gebeten werden, wenn Dienstnehmerinnen oder Dienstnehmer arbeitslos gemeldet werden, obwohl die Wiedereinstellung feststeht.

Auch Parteienförderung Streitpunkt

Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssten beitragen, indem sie eine Zeit lang kein Arbeitslosengeld beziehen. Insgesamt 200 Millionen Euro sollten hier eingespart werden. Doch die Sozialpartner konnten sich bisher nicht einigen, was wiederum dazu führte, dass es auch in der Regierung zu keiner Verständigung kam.

Bei der Parteienförderung wiederum wollen ÖVP und SPÖ dem Vernehmen nach eine Erhöhung durchdrücken. Für NEOS ist es undenkbar, hier ein Plus entlang der Inflation zu ermöglichen, während in vielen anderen Bereichen gespart werden muss. Eine Einigung gestaltet sich bisher ausnehmend schwierig.

Am Sonntag hatten die drei Regierungsparteien in einer gemeinsamen Aussendung die Eckpunkte für das Doppelbudget für die Jahre 2027/28 vorgestellt. 2,5 Milliarden Euro sollen eingespart und weitere 2,5 Mrd. Euro für „Zukunftsgestaltung“ freigemacht werden.

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Zwei Tage vor der Budgetrede des Finanzministers Markus Marterbauer (SPÖ) hat die Opposition Kritik an den Plänen der Regierung geübt.

FPÖ-Chef Herbert Kickl kritisierte in einer Aussendung die Pläne zur Parteienförderung. Dem Vernehmen nach wollen ÖVP und SPÖ bei der Parteienförderung eine Erhöhung durchdrücken. Kickl schrieb dazu von „beispielloser Schamlosigkeit“. Es sei unerträglich, dass die Bürger für das finanzielle Versagen einer abgehobenen politischen Kaste bluten müssten, während sich die „Systemparteien“ selbst bedienten.

Grüne: Doppelbudget ungerecht

Die Grünen kritisierten das geplante Doppelbudget in einer Pressekonferenz heute als ungerecht. Vermisst werde etwa eine Besteuerung von Superreichen, gleichzeitig werde die Mitte der Gesellschaft belastet. Dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG), das im Nationalrat eine Zweidrittelmehrheit braucht, wollen die Grünen in jetziger Form nicht zustimmen.

Das Argument, dass die Abgabenquote in Österreich bereits sehr hoch sei und man deshalb keine Erbschaftssteuer einführen wolle, ließ der grüne Budgetsprecher Jakob Schwarz nicht gelten. Schließlich sei das Budget „voll mit Abgabenerhöhungen“.

Am Sonntag hatten die drei Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS in einer gemeinsamen Aussendung die Eckpunkte für das Doppelbudget für die Jahre 2027/28 vorgestellt. 2,5 Milliarden Euro sollen eingespart und weitere 2,5 Mrd. Euro für „Zukunftsgestaltung“ freigemacht werden.

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Die Weiterbildungszeit als Bildungskarenznachfolger startet und kann seit heute beim Arbeitsmarktservice (AMS) beantragt werden. Im Vergleich zum alten Modell gibt es deutlich strengere Kriterien, und bei Besserverdienern muss sich der Arbeitgeber finanziell beteiligen.

Ein direkter Anschluss der Weiterbildungsmaßnahme an die Elternkarenz ist nicht mehr möglich. Das AMS ist weiterhin für die Abwicklung zuständig, fördert aber nur noch Aus- und Weiterbildungen, die arbeitsmarktrelevant und überbetrieblich verwertbar sind. Die Ausgaben dafür sind mit 150 Mio. Euro pro Jahr gedeckelt.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

In der Vergangenheit plädierten unter anderem der Rechnungshof und Wirtschaftsforscher für eine Reform der Bildungskarenz, um die Effektivität der Weiterbildungsmaßnahme zu erhöhen.

Ausland

Bei der als Richtungswahl geltenden Abstimmung in der Südkaukasus-Republik Armenien hat das prowestliche Regierungslager von Nikol Paschinjan laut heute veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen gewonnen.

Nach Angaben der zentralen Wahlkommission stimmten 49,8 Prozent der Armenierinnen und Armenier für Paschinjans Partei Zivilvertrag. Stärkste oppositionelle Kraft wurde der prorussische Parteiblock Starkes Armenien von Milliardär Samwel Karapetjan mit 23,3 Prozent.

der armenische Premierminister Nikol Paschinjan
APA/AFP/Karen Minasyan

Paschinjan: „Historischer Sieg“

Paschinjan hatte nach Veröffentlichung der ersten Teilergebnisse von einem „historischen Sieg“ seiner Partei gesprochen. Dieser werde „Armeniens Fortbestand und Entwicklung sichern“, sagte der 51-Jährige.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte Paschinjan zu seinem Wahlsieg. Armenien rücke Europa „immer näher“, schrieb sie im Onlinedienst X. Brüssel schätze die Partnerschaft mit dem Land „zutiefst“, fügte sie hinzu. „Armenien kann auf uns zählen.“ Auch Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) gratulierte Paschinjan auf X zu dem Sieg.

Russland sieht „Einmischung des Westens“

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte, Moskau sei der Ansicht, dass die Parlamentswahl vor dem Hintergrund „beispiellosen Drucks auf die Opposition“ und „Einmischung des Westens“ stattgefunden habe. Die Wahl habe gezeigt, wie polarisiert die armenische Gesellschaft geworden sei, so Sacharowa in einer Erklärung.

Höhere Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung war mit knapp 59 Prozent deutlich höher als bei der vorangegangenen Parlamentswahl 2021.

Die Abstimmung war von großen Spannungen mit Russland geprägt. Moskau hatte wegen der von Jerewan betriebenen Annäherung an die EU vor der Wahl Einfuhrverbote für armenische Produkte verhängt und mit der Kündigung eines günstigen Gasliefervertrags gedroht.

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru liegt die konservative Politikerin Keiko Fujimori Teilergebnissen zufolge nahezu gleichauf mit ihrem linksgerichteten Rivalen Roberto Sanchez.

Nach der vorläufigen Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen kam Fujimori auf 50,49 Prozent, Sanchez erreichte 49,5 Prozent, wie die Wahlbehörde des südamerikanischen Landes heute mitteilte.

Nach der vollständigen Auszählung hat das oberste Wahlgericht noch bis Mitte Juli Zeit, offiziell einen Sieger zu verkünden. Der Amtsantritt des neuen Präsidenten oder der neuen Präsidentin ist für den 28. Juli vorgesehen.

Spiegel der „Spaltung des Landes“

Das Ergebnis spiegle die Spaltung des Landes wider, erklärte der Analyst Paulo Vilca vom Institut für peruanische Studien (IEP) gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Es zeige aber auch, „dass keine politische Kraft eine Vormachtstellung einnimmt“.

Wahlkampf geprägt von Gewalt

Fujimori kandidierte zum vierten Mal in Folge. Für den Fall eines Wahlsieges kündigte sie ein hartes Durchgreifen gegen Kriminalität und illegale Migration an. Sie ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 regierte.

Der linksgerichtete Abgeordnete Sanchez trat zum ersten Mal an. Er tritt für die Rechte der armen Landbevölkerung ein und fordert eine Reform von Polizei und Justiz. Der Wahlkampf war geprägt von Gewalt und Wut auf die politisch Verantwortlichen, die viele Wähler für die seit Jahren herrschende Instabilität im Land verantwortlich machen.

Am Sitz des UNO-Klimasekretariats im deutschen Bonn beginnen heute die zweiwöchige Verhandlungen auf Fachebene über die Senkung der Treibhausgasemissionen und die internationale Klimafinanzierung. Die Gespräche dienen der Vorbereitung der nächsten UNO-Klimakonferenz (COP31) im November in Antalya, die von der Türkei in Zusammenarbeit mit Australien ausgerichtet wird.

Auf „maximale Fortschritte“ drängte im Vorfeld UNO-Klimachef Simon Stiell. Auch Umweltverbände riefen die Staatengemeinschaft zu entschlossenem Handeln für mehr Klimaschutz auf. Sie drängen vor allem auf einen zügigen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energien.

Fortschritte müsse es zudem bei der Unterstützung besonders betroffener Länder bei Klimaanpassung und einem Ausgleich für klimabedingte Schäden geben.

Die US-Regierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge den Kauf der Chagos-Inseln von Mauritius, um die Kontrolle über den strategisch wichtigen Militärstützpunkt Diego Garcia zu sichern. Das Weiße Haus prüfe einen Plan, Großbritannien zu umgehen und ein eigenes Abkommen mit dem Inselstaat zu schließen, berichtete der britische „Telegraph“ gestern.

der Militärstützpunkt „Diego Garcia“ auf den Chagos-Inseln
AP/U.S. Navy

Das sei eine von mehreren Optionen, um zu verhindern, dass der britische Premierminister Keir Starmer die Souveränität über die Inselgruppe im Indischen Ozean an Mauritius abtritt.

Ein US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Präsident Donald Trump vertrete konsequent die Position, dass Großbritannien das Territorium nicht aufgeben dürfe. Diego Garcia sei eine unverzichtbare Militärbasis von enormer Bedeutung für die nationale Sicherheit der USA. Washington stehe in regelmäßigem Austausch mit London, um die Insel als regionalen Sicherheitsanker zu erhalten.

Pläne Londons auf Eis gelegt

Die britische Regierung hatte im April ihr Abkommen zur Übergabe der Souveränität über die Chagos-Inseln auf Eis gelegt. Trump hatte die Pläne im Februar als „großen Fehler“ kritisiert. Ein Sprecher der britischen Regierung sagte, man habe eine Situation vorgefunden, in der die britische Kontrolle über die Militärbasis bedroht gewesen sei.

Es habe Handlungsbedarf bestanden, um nationale Interessen zu schützen und zu verhindern, dass Gegner in der geopolitisch bedeutsamen Region Fuß fassten. Der Erhalt der langfristigen operativen Kontrolle und Sicherheit von Diego Garcia sei die alleinige Grundlage für das Abkommen zwischen Großbritannien und Mauritius. Beide Länder seien sich der dauerhaften Risiken für den gemeinsam betriebenen Stützpunkt sehr wohl bewusst.

EU

Die Lufthansa und andere große europäische Fluggesellschaften wollen eine Ausweitung des CO2-Emissionshandels in der Europäischen Union auf internationale Flüge verhindern. In einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der der Nachrichtenagentur Reuters heute vorlag, warnen sie vor steigenden Ticketpreisen und Frachtkosten.

Zu den Unterzeichnern gehören Lufthansa-Chef Carsten Spohr und seine Kollegen von Air France-KLM, des British-Airways-Mutterkonzerns IAG, von Ryanair, EasyJet, außerdem TUI-Chef Sebastian Ebel. Insgesamt unterstützen 15 Branchenvertreter den Appell, der am Rande des Jahrestreffens des Weltluftfahrtverbandes IATA in Brasilien bekannt wurde.

Bislang ist der Emissionshandel (ETS), bei dem die Airlines CO2-Zertifikate für den Ausstoß an Treibhausgas erwerben müssen, auf Flüge innerhalb Europas beschränkt. Die EU-Kommission erwägt im Rahmen einer für Juli geplanten Überprüfung, das System auf Langstreckenflüge auszuweiten, die aus der EU abheben. Damit würde eine Benachteiligung europäischer Airlines gegenüber internationalen Konkurrenten abgestellt, erklärte die EU-Behörde.

Kommission skeptisch gegenüber globalem Mechanismus

Die Ungleichbehandlung ist auch ein Kritikpunkt der europäischen Fluggesellschaften. Doch sie halten das globale Klimaschutzsystem Corsia der UNO-Organisation ICAO für das bessere Instrument, um CO2 zu reduzieren.

„Jede Ausweitung des EU-Emissionshandels wird die Legitimität von Corsia untergraben“, hieß es in dem Schreiben. Die ETS-Kosten müssten auf das Niveau von Corsia sinken. Die EU-Kommission steht dem globalen Mechanismus skeptisch gegenüber. Nach einer Studie von 2021 ist es weniger wirksam als der EU-Emissionshandel.

Ukraine-Krieg

Kampfjets des westlichen Militärbündnisses NATO haben laut Angaben der lettischen Armee heute eine Drohne über dem baltischen EU- und NATO-Land abgeschossen.

Mindestens eine Drohne sei aus Russland in den lettischen Luftraum eingedrungen, sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Ein zwischenzeitlich ausgerufener Luftalarm wurde aufgehoben.

Herkunft der Drohne unklar

Davor waren Einwohnerinnen und Einwohner der an Russland und Belarus grenzenden östlichen Regionen aufgefordert worden, in den Gebäuden zu bleiben. Nähere Angaben zur Herkunft und Art des Flugkörpers gab es nicht. Unklar blieb damit auch, ob es sich um eine ukrainische oder russische Drohne handelte.

Verirrte Militärdrohnen schüren in den baltischen Staaten und Finnland zunehmend die Sorge vor einem Übergreifen des Ukraine-Krieges auf die nördlichen NATO-Grenzen. Hintergrund sind verstärkte ukrainische Angriffe auf russische Ölhäfen an der Ostsee, bei denen Drohnen wiederholt ihre Ziele verfehlen.

Moldawien meldet Fund von Drohnentrümmern

Auch in Moldawien wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums Trümmer einer Drohne auf einem Feld unweit der ukrainischen Grenze gefunden. Die Drohne sei während „eines massiven russischen Drohnen- und Raketenangriffs auf die Ukraine“ in den moldawischen Luftraum eingedrungen, hieß es.

Die Drohne stamme wahrscheinlich aus der Ukraine. Das Außenministerium fügte in einem Telegram-Post hinzu: „Unabhängig von der Herkunft der Drohne liegt die Verantwortung für jede Drohne, die auf dem Territorium Moldawiens landet, bei Russland.“

Bei russischen Angriffen auf die südostukrainische Region Saporischschja sind nach Angaben der örtlichen Behörden fünf Menschen getötet worden. Zudem seien 14 Personen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, heute auf Telegram mit.

Russland habe das Gebiet aus der Luft und mit Artillerie beschossen. Dabei seien Infrastruktur, Wohngebäude und Autos beschädigt worden.

Angriff auf Passagierzug auf Krim

Unterdessen wurde bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf der Halbinsel Krim laut Angaben der russischen Behörden ein Lokführerassistent getötet. Der Personenzug sei auf der Strecke Moskau – Simferopol getroffen worden. „Fahrgäste blieben unverletzt“, hieß es. Der Zugsverkehr wurde in der touristischen Hochsaison vorübergehend eingestellt.

Es seien sämtliche Züge evakuiert und die Passagiere in Bussen transportiert worden, teilte die Bahngesellschaft Grand Service Express mit. Bereits vorige Woche gab es nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug laut russischen Behörden einen Toten und zwei Verletzte.

Krieg in Nahost

Der Irak und Syrien haben ihren Luftraum nach den jüngsten Raketenangriffen des Iran auf Israel vorübergehend gesperrt. Im Irak gelte die Sperre für 72 Stunden, teilte die Behörde für zivile Luftfahrt gestern mit.

Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme wegen „aktueller regionaler Entwicklungen und Spannungen“, um die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs zu schützen. Im benachbarten Syrien wurde gestern eine Sperrung ab 23.00 Uhr (22.00 Uhr MESZ) für zwölf Stunden verkündet und damit bis heute Früh.

Beide Länder liegen zwischen dem Iran und Israel und damit auch in der Schusslinie im Fall gegenseitiger Angriffe der beiden Erzfeinde. Der Irak hatte seinen Luftraum schon bei Ausbruch des Krieges wochenlang geschlossen und erst nach Verkündung der Waffenruhe im April wieder geöffnet.

Katar: „Alternative Flugrouten“

Berichte, dass auch die Golfstaaten ihren Luftraum geschlossen hätten, bestätigten sich nicht. Die in Katar zuständige Behörde teilte mit, dass entsprechende Darstellungen, die in sozialen Netzwerken kursierten, falsch seien. Es gebe aber eine Notam (Mitteilung an die Flugzeugführer) über „alternative Flugrouten“, um das „höchste Maß an Sicherheit und Effizienz“ im Luftverkehr zu ermöglichen.

Diese Mitteilung empfiehlt für Flüge in die Nachbarländer Kuwait, Bahrain und Oman andere Flugrouten, eine Schließung des katarischen Luftraums wird aber nicht mitgeteilt.

Wirtschaft

Die Ölpreise sind nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten wieder deutlich gestiegen. So kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der weltweiten Referenzsorte Brent zur Lieferung im August heute Früh rund 97 US-Dollar. Das sind vier Prozent mehr als Ende vergangener Woche.

Zu Beginn des Jahres hatte die Eskalation im Nahen Osten den globalen Ölmarkt erschüttert. Zwischenzeitlich stieg der Ölpreis der Sorte Brent auf mehr als 120 Dollar pro Barrel.

Die weitgehende Blockade des Seewegs in der Straße von Hormus durch den Iran gilt als größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts.

Europas Börsen starteten mit Minus

Auch die Aktienmärkte reagierten auf die jüngsten Angriffe im Iran-Krieg. Die europäischen Börsen starteten mit einem Minus in die Woche. Der heimische Leitindex ATX verlor kurz nach Handelsstart 1,88 Prozent auf 5.969,94 Punkte.

Der deutsche Leitindex DAX verlor 0,83 Prozent auf 24.552,39 Zähler. Der Euro Stoxx 50 notierte rund 30 Minuten nach dem Handelsstart um 0,81 Prozent niedriger bei 6.013,07 Punkten.

Das globalisierungskritische Netzwerk ATTAC hat auf hohe Beträge von steuerfrei vererbtem Vermögen in Österreich hingewiesen.

Laut einer heute veröffentlichten aktuellen Berechnung der NGO haben die Erbinnen und Erben der 100 reichsten Österreicher und Österreicherinnen seit dem Auslaufen der Erbschaftssteuer 2008 76,4 Milliarden Euro geerbt, ohne dafür Steuern zu leisten. Das entspreche durchschnittlich 4,2 Milliarden Euro an geerbten Vermögen pro Jahr.

ATTAC zog für seine Analyse die Listen der 100 reichsten Österreicherinnen und Österreicher seit 2008 des Magazins „Trend“ heran. Um eine vergleichbare Summe durch Arbeit zu verdienen, müssten rund 82.000 Menschen ein ganzes Jahr arbeiten und Steuern zahlen, so ATTAC. Allein die zehn größten Erbschaften in Österreich im untersuchten Zeitraum würden sich auf mehr als 51 Milliarden Euro summieren.

Vorschlag einer Erbschaftssteuer ab fünf Millionen Euro

Das Auslaufen der Erbschaftssteuer 2008 habe ein „milliardenschweres Steuerprivileg“ geschaffen, so ATTAC. Vor dem Hintergrund der aktuellen Budgetdebatte fordert das Netzwerk daher die Wiedereinführung einer progressiven Erbschafts- und Schenkungssteuer mit einem Freibetrag von fünf Millionen Euro.

Zwischen fünf und zehn Millionen Euro sieht das Modell einen Steuersatz von 30 Prozent vor, zwischen zehn und 50 Millionen Euro 35 Prozent und über 50 Millionen Euro 50 Prozent.

Hätte man die Erbschaftssteuer 2008 nach diesem Vorschlag reformiert, hätten die Erben und Erbinnen der 100 reichsten Österreicher und Österreicherinnen in diesem Zeitraum 36,2 Milliarden Euro an Steuerbeiträgen geleistet, so die Rechnung von ATTAC.

Mit den aktuell vorgeschlagenen Erbschaftssteuermodellen von SPÖ bzw. Grünen wären es 26,4 Milliarden Euro gewesen. „Die potenziellen Gesamteinnahmen, die nicht nur die 100 Reichsten, sondern alle Steuerpflichtigen über den jeweiligen Freibeträgen inkludieren, wären deutlich höher ausgefallen“, so die NGO.

Chronik

Nach dem schweren Erdbeben vor der Küste der südphilippinischen Provinz Sarangani hat das US-Tsunami-Warnzentrum seine Tsunami-Warnung aufgehoben.

Die Entwarnung kam mehrere Stunden nach dem Beben der Stärke 7,8, das in der Früh (Ortszeit) Teile der Insel Mindanao erschüttert hatte. Die Behörde hatte zuvor vor bis zu drei Meter hohen Wellen in dem südostasiatischen Inselstaat gewarnt.

Polizisten vor einem nach einem Erdbeben schwer beschädigten Restaurant in General Santos City (Philippinen)
APA/AFP/Edwin Espejo

Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHIVOLCS) behielt seine Warnung für die Küstenregionen noch aufrecht. Die Behörde hatte kurz nach dem Beben Flutwellen in sechs Gebieten mit einer Höhe von bis zu 1,4 Metern verzeichnet.

Viele Tote und Verletzte

Behörden zufolge kamen mindestens 31 Menschen ums Leben. Über 130 Personen wurden demnach bei dem Beben verletzt. Zudem gibt es mehrere Vermisste.

„Die Schadensbewertung und die Erfassung der Opfer dauern noch an“, sagte der Direktor des philippinischen Zivilschutzes, Rod Sosmena. So gebe es Berichte, dass Menschen in einer Schule eingeschlossen sind. „Aber wir haben noch keine genaue Zahl.“

Umwelt & Klima

Das UNO-Klimasekretariat warnt vor extremer Hitze bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko. „Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, das größte Turnier in der Geschichte des Fußballs, wird in einer Zeit stattfinden, in der extreme Hitzewellen aufgrund des sich verschärfenden Klimawandels zunehmen“, teilte das Klimasekretariat heute zu Beginn einer zehntägigen Klimakonferenz im deutschen Bonn mit.

„Es ist davon auszugehen, dass diese extreme Hitze ein prägendes Element des Turniers sein wird: auf dem Spielfeld, auf den Tribünen, rund um die Stadien und in den Austragungsorten.“

Größte Gefahr für Fans

Es werde erwartet, dass etwa jedes vierte Spiel bei gefährlicher Hitze ausgetragen werden wird. Während die Spieler immerhin intensiv medizinisch betreut würden, seien die Fans in den Stadien weitgehend auf sich selbst gestellt.

„Die größte Gefahr kann außerhalb des Stadions lauern“, warnte die UNO. „In Fanzonen, Warteschlangen, auf Verkehrswegen, auf Parkplätzen und bei Feierlichkeiten im Freien können Menschen stundenlang gefährlicher Hitze ausgesetzt sein.“

Aber auch wer das Turnier nur am Fernseher verfolge, werde bemerken, wie sich das veränderte Klima auf das Event auswirken wird. Möglicherweise werde das Tempo mancher Begegnungen geringer sein, weil die Spieler ihre Kräfte schonen müssten. Wahrscheinlich seien auch frühere Auswechslungen, Trinkpausen und der Einsatz von Kühlhandtüchern.

Angesichts der anhaltenden Trockenheit in Österreich und der dadurch entstandenen Debatte über die Befüllung von privaten Pools hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einer Aussendung heute an den Grundwasserverbrauch der Industrie erinnert und diesen kritisiert.

Allein die drei Konzerne voestalpine, OMV und Lenzing AG verbrauchten laut Geschäftsberichten oder Unternehmensauskünften dreimal mehr Wasser als alle privaten Pools zusammen.

Appell an Totschnig

So stünden jährlich 51 Millionen Kubikmeter Grundwasser für die drei genannten Unternehmen 16 Millionen Kubikmeter Wasser gegenüber, die in Privatbecken fließen. Auch die 16 Millionen seien unbestritten eine große Menge, schrieb die NGO.

„Während die Poolbefüllung öffentlich am Pranger steht, bleibt der gewaltige Wasserverbrauch der Industrie meist intransparent“, kritisierte Greenpeace und forderte von Wasserminister Norbert Totschnig (ÖVP), das angekündigte Wasserentnahmeregister für Industrie und Landwirtschaft rasch umzusetzen. Auch brauche es eine Wasserabgabe für industrielle Großverbraucher.

Oftmals argumentieren Industrieunternehmen, sie würden das Wasser nur „nutzen“ statt „verbrauchen“, da sie es nach dem Gebrauch in Flüsse einleiten. Doch das sei ein Trugschluss: Einmal aus dem Boden gepumpt, ist das Wasser für den lokalen Grundwasserkörper verloren.

Kultur

Die zweiteilige Dokumentation „Becoming Taylor Swift“ zeichnet den Weg der US-Sängerin hin zum Welterfolg nach. Regisseur Guy King beginnt dazu bei Swifts Anfängen in der Country-Szene von Nashville und lässt frühe Weggefährten, Journalistinnen und Journalisten sowie Fans zu Wort kommen.

Die beiden Filme wurden für den britischen Sender Channel 4 produziert, seit heute sind sie im ZDF-Streamingportal zu finden. Im linearen Fernsehen wird die erste Folge am 12. Juni (0.45 Uhr, ZDF) ausgestrahlt.

Auschnitt aus der Doku „Becoming Taylor Swift“
ZDF/Getty Images

Mit Beharrlichkeit zum Plattenvertrag

Anhand von Archivbildern, Tonaufnahmen und Liedzitaten beleuchtet die Doku Swifts außergewöhnliche Karriere. King geht dabei weitgehend chronologisch vor: Er zeigt, wie Swift schon als Kind erste Songs schrieb, wie sie sich mit viel Beharrlichkeit, Schreibtalent und der Unterstützung wohlwollender Eltern einen Plattenvertrag erarbeitete.

Gezeigt wird auch, wie sie ihren Sound von Album zu Album weiterentwickelte, schließlich das Country-Genre ganz hinter sich ließ und sich als Popstar neu erfand. Dass sie bewusst ein junges, weibliches Publikum anspricht und statt auf viel Haut auf große Gefühle setzt, unterscheidet sie Fachleuten zufolge in den 2000er und 2010er Jahren von anderen.

„Sie bedient eine bis dahin unterrepräsentierte Zielgruppe“, sagte etwa die Journalistin Zing Tsjeng: „Junge Frauen und Mädchen, die jemanden suchen, der ihre Gefühle widerspiegelt – mit Songs, die sich anfühlen, als wären sie über ihr Leben geschrieben worden.“

Kein neues Interview mit Swift

„Becoming Taylor Swift“ ist kein Musikfilm, und so werden weitere Alben in der zweiten Folge nur noch angerissen. Stattdessen geht es um ihre Versuche, eine politische Stimme zu finden, und den Kampf um die Rechte an ihren ersten sechs Alben. Swift selbst kommt in der Doku nur in Archivmaterial zu Wort, und dieses ist in weiten Teilen bekannt, etwa aus der Netflix-Doku „Miss Americana“ (2020).