Kultur in Weer: Wie K.i.W. den Dornauer Hof mit Leben füllt

Seit Oktober 2025 hat der Verein Kultur in Weer, kurz K.i.W., die Kulturstätte Dornauer Hof gemietet. Hier und in anderen Locations wird ein bunter Mix aus Lesungen, Kabaretts und Musikbands vor den Vorhang geholt und in Weer ist man sich einig: So ein Angebot hat bislang im Ort gefehlt.

Gernot Müller war selbst schon immer an Kultur in verschiedenster Form interessiert. Er stand früher selbst auf der Theaterbühne, hat Regie geführt, besuchte gerne Lesungen, Kabaretts und Live-Musik-Abende. Außerdem ist er ein Organisationstalent und stellt gerne tolle Veranstaltungen auf die Beine. Durch seine lange Freundschaft mit Martin Locher und Gerhard Sexl war er stets auch mit Themen aus Kunst und Kultur in Berührung, was er immer ansprechend fand. Nach und nach hat eines zum anderen geführt und es hat sich so ergeben, dass er selbst Obmann eines Kulturvereins wurde. Diesen gibt es bereits seit dem Jahr 2017. „Zu Beginn wurden pro Jahr ein bis zwei Veranstaltungen geplant. Schließlich befand ich aber, dass ein kulturelles Angebot in Weer fehlt. Das habe ich auch mit dem Bürgermeister besprochen, welcher mein Vorhaben sofort und sehr gerne unterstützte und weiterhin unterstützen möchte“, erinnert sich Obmann Gernot Müller an die Anfänge zurück.

Startschuss: Guinness Irish Christmas – the original show

Das erfolgreiche Irish Christmas – Ensemble macht bereits seit dem Jahr 1996 zweimal jährlich Halt in Tirol. Früher fanden die Abende immer in einer Location in Imst und bei der Gärtnerei Seidemann in Kematen statt, wo auch Gernot gerne als Gast dabei war. „Als ich erfuhr, dass die Irish Christmas Veranstaltung in Kematen nicht mehr fortgeführt werden würde, habe ich sofort ‚hier‘ geschrien – ohne zu wissen, wo ich dieses Event veranstalten könnte und auch ohne einen Verein als Veranstalter im Rücken. Trotzdem wollte ich das machen und es hat funktioniert. Irish Christmas findet nach wie vor im Tennen des Dornauerhofs statt und ist sehr erfolgreich“, so der Vereinsobmann.

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Überraschungen und Unvorhergesehenes

Die größte Überraschung für Gernot war, dass das Ursprungspublikum von Irish Christmas nicht zur Veranstaltung nach Weer kam. „Ich dachte damals, dass ohnehin alle kommen würden, die bis dahin in der Gärtnerei Seidemann den irischen Abend besuchten, aber das war überhaupt nicht der Fall. Zu Beginn kam so gut wie keine:r aus diesem Publikum nach Weer aber – und auch das war eine große Überraschung für mich – die Leute aus der Umgebung sind gekommen, und zwar mit Begeisterung und in großer Zahl. Damit habe ich nicht gerechnet. Mittlerweile sind auch Besucher:innen dabei, die früher bereits in der Gärtnerei zu Gast waren“, erzählt der Obmann. Nach dieser Veranstaltung hat ihn aber eine Erkenntnis getroffen: In Weer braucht es dringend ein Kulturprogramm. „So kommen die jungen und auch die älteren Menschen wieder zusammen und danach sehnen sich viele“, weiß der Obmann.

Kulturelles Angebot in kleineren Dörfern

Vor einigen Jahren gab es noch viel mehr Gastronomie in den Dörfern und dort fanden auch unterschiedliche Konzerte oder anderweitige Angebote statt. Das ist in den letzten Jahren nach und nach zurückgegangen. Die Menschen suchen aber nach einem sinnstiftenden Grund, um aus dem Haus gelockt zu werden. Kulturangebote wie jenes von K.i.W. schaffen genau das und so kommen die Leute zusammen, treffen sich und haben eine gute Zeit.

Im Großen und Ganzen hat Gernot ein Händchen für das Veranstaltungsangebot und lockt damit zahlreiche Besucher:innen hervor, um ein kulturelles Angebot zu nutzen. „Es hat mich positiv überrascht, dass viele dankbar dafür sind, hier einen Raum zu finden, in dem sie sich einfach wiedersehen und treffen. Das ist natürlich auch Sinn und Zweck dieses Angebots, aber das hatte ich im Vorfeld gar nicht so am Schirm“, erzählt der Obmann von K.i.W.

Zusammenarbeit mit regionalem Partner

Die Getränke werden mir von einem Getränkelieferanten aus dem Nachbardorf zur Verfügung gestellt. „Immer am Donnerstag vor der Veranstaltung geliefert und in der Woche danach wird wieder abgeholt, was nicht konsumiert wurde. Das ist ein unglaublicher Segen“, weiß Gernot. Das gesamte Mobiliar hat der Verein geschenkt bekommen – die Räume waren ursprünglich komplett leer. An den Veranstaltungsabenden helfen außerdem die zwei weiteren Vereinsmitglieder sowie Freund:innen und Familie mit, damit alles reibungslos läuft.

Verschiedene Spielstätten

Es gibt unterschiedliche Plätze, an denen die Kulturveranstaltungen ausgetragen werden. Zum Beispiel im Pfarrsaal, im Schuppen oder auch vor der Kulturstätte am Dornauer Hof im Freien. Die Auswahl wird je nachdem, was zum jeweiligen Thema passt, getroffen und es spielt natürlich auch eine Rolle, wie viele Besucher:innen erwartet werden.

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„Mit der Sparkasse Schwaz und weiteren Sponsoren an unserer Seite wird Kultur in Weer möglich.“
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Neue Website online

Seit heuer erstrahlt der Webauftritt des Vereins in neuem Glanz: Die Website wurde komplett überarbeitet, ist nun modern und auf dem neuesten Stand. Neben einem Überblick über die kommenden Veranstaltungen und der Möglichkeit, sich anzumelden, gibt es hier auch Bildergalerien von vergangenen Events. So bekommt man direkt einen Einblick in die Location und die Veranstaltungen.

Die Sparkasse als wertvolle Unterstützerin

Der Verein hat einige wenige Sponsoren, wie zum Beispiel die Sparkasse Schwaz, die Firma Blitz Team Tirol, die Silberregion Karwendel und die Gemeinde Weer. Das sind unverzichtbare Beiträge für einen Kulturverein und Gernot hofft, dass diese Liste mit der Zeit noch ein wenig wächst.

Wenn Gernot Müller einen Blick in die Zukunft wirft und daran denkt, wie der Verein Kultur in Weer in 20 Jahren dasteht, ist er sich sicher: Es wird klein und fein bleiben. Es soll ein Hobby sein und er hat keine Ambitionen, großartig zu wachsen. Wenn die Menschen irgendwann sagen, dass es schön ist, hier unterschiedliche Kulturangebote zu erleben, ist das für Gernot das Zeichen, dass Kultur in Weer erfolgreich war und er meint außerdem: „Wenn sich durch diese Events der Horizont von uns allen wieder ein bisschen erweitert, dann wurden all meine Ziele erreicht.“

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