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Birett

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Das Birett (von lateinisch biretum oder birrettum, beretum, Diminutiv von birrus ‚Mantel, Kutte‘), Aussprache [bi'ret][1], ist eine in christlichen Konfessionen verwendete Kopfbedeckung.

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Schwarzes Birett

Römisch-katholische Kirche

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Das Birett römisch-katholischer Geistlicher ist vierkantig und besteht aus Stoff mit eingelegten Pappstreifen. In Deutschland, England, Frankreich und in den Niederlanden hat es vier, in anderen Ländern drei Hörner oder bogenförmige Aufsätze, in Spanien ist es ohne solche Aufsätze. In den meisten Fällen hat es an der Oberseite mittig eine Quaste. Das Birett wird nur zur Soutane, zur Chorkleidung oder zum Messgewand getragen.

Das Birett ist etwa seit dem 13. Jahrhundert bekannt, Vorläufer waren Pileus und Infula. Im Mittelalter bedeutete die Überreichung des Biretts die Übertragung einer kirchlichen Pfründe.[2] In Abbildungen auf Grabplatten war das Birett als Rundmüztze mit Knöpfchen oder kleinerer Quase an der Spitze ab dem 15. Jahrhundert häufig zu sehen. Seine heutige Form mit vier bzw. drei Hörnern und einer größeren Quaste bildete sich um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert.[3]

Ein weiterer Priesterhut, den alle katholischen Geistlichen – vom Pfarrer bis zum Papst – zur Soutane tragen können, ist der Saturno. Der Galero hingegen wurde ausschließlich von Kardinälen getragen und findet heute nur noch in der Heraldik von Kardinälen und Bischöfen symbolische Verwendung.

Das Birett kann beim Stundengebet, bei der Sakramentenspendung (z. B. Beichtehören), bei Andachten und nicht-eucharistischen Prouzessionen zur Chorkleidung getragen werden, in der heiligen Messe beim Ein- und Auszug, beim Sitzen, beim Bewegen im Kirchenraum sowie bei der Predigt. Vor dem Altar und dem Allerheiligsten wird es jedoch immer abgenommen, ebenfalls bei Orationen, dem Hochgebet und dem Beten des Vater unser.[4]

Im Zuge der Reformen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil sind Geistliche nicht mehr verpflichtet, zur Soutane auch das Birett zu tragen.

Vom Aussehen dieser Kopfbedeckung leitet sich auch die Bezeichnung des Pfaffenhütchens ab, eines mitteleuropäischen Strauchs, dessen rote Früchte die Form eines Biretts haben.[5]

Höhere Geistliche

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Die Farbe des Biretts weist auf den Rang des Trägers hin. Priester und Diakone tragen ein schwarzes Birett mit schwarzer Quaste. Ein schwarzes Birett mit violetter Quaste tragen die Päpstlichen Ehrenprälaten. Nur Bischöfe sowie Apostolische Protonotare tragen ein violettes Birett mit violetter Quaste. Das Birett der Kardinäle ist scharlachrot, hat keine Quaste und auch in Deutschland nur drei Hörner. Der Papst trägt kein Birett.

In vielen Bistümer tragen die Dechanten und Domkapitulare andersfarbige Birette (oftmals tragen die Dechanten schwarze Birette mit violetter Quaste und die Domkapitulare violette Birette mit violetter Quaste).

Ordensgeistliche

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Ordensgeistliche, vor allem Chorherren, tragen entweder das schwarze Birett der einfachen Geistlichen oder ein Birett, das der Farbe ihres Habits entspricht (z. B. Prämonstratenser: weiß). Mönche und die Mitglieder vieler anderer Orden tragen kein Birett.

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Boneta, die in Spanien übliche Form des Biretts (Sammlung Philippi)

s. Hauptartikel: Doktorbirett

Absolventen eines Lizentiats oder Doktorats an einer Päpstlichen Fakultät oder Hochschule (auch Laien) tragen ein Birett, bei dem die Paspelierungen und die Quaste in der jeweiligen Fakultätsfarbe gehalten sind.

In anderen Ländern

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In Spanien ist anstelle des Biretts eine birettähnliche Boneta üblich. Sie ist rund, hat vier „Hörner“ und keine bogenartigen Aufsätze.

s. Hauptartikel: Tsikin

In China wurde zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert der Tsikin benutzt. Im Gegensatz zum Birett wurde er während der gesamten Messe nicht abgesetzt.

Evangelische Kirche

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In den evangelischen Kirchen lautet die Bezeichnung der Kopfbedeckung eines Geistlichen Barett. Es ist stets schwarz und gilt als Bestandteil der Amtstracht, des Talars. Das Barett wird nur im Freien getragen. Die Formen variieren stark; am weitesten verbreitet ist das sogenannte „Luther-Barett“, eine flache, runde Mütze aus Samt und ohne Quaste. Andere Formen sind: mit Knopf oder Quaste, vier-, sechs- oder achteckig, weich fallend oder (ähnlich wie ein Birett) steif stehend.

  • Dieter Philippi: Sammlung Philippi – Kopfbedeckungen in Glaube, Religion und Spiritualität. St. Benno Verlag, Leipzig, 2009, ISBN 978-3-7462-2800-6.
Commons: Birette – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Duden | Birett | Aussprache. Abgerufen am 4. September 2021.
  2. Joseph Braun S.J.: Liturgisches Handlexikon. Pustet, Regensburg 1924, S. 47.
  3. Joseph Braun: Handbuch der Paramentik. Freiburg i. Br. 1912, S. 207
  4. Joseph Braun: Handbuch der Paramentik. Freiburg i. Br. 1912, S. 206
  5. ZEREMONIALE FÜR DIE BISCHÖFE IN DEN KATHOLISCHEN BISTÜMERN DES DEUTSCHEN SPRACHGEBIETES Nr. 1214–1225: Anhang I: DIE KLEIDUNG DER KARDINÄLE, BISCHÖFE UND PRÄLATEN.