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Lerncomputer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Standardausführung des Lerncomputer LC80
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K 1505, Grundgerät des Robotron Bildungscomputer BIC A 5105
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OLPC XO-1

Ein Lerncomputer ist ein Computer, bei dem die pädagogischen Gesichtspunkte im Vordergrund stehen. Ursprünglich handelte es sich dabei um Bausätze, die Aufbau und Funktion eines Computers vermittelten, heutzutage bezeichnet der Begriff meist Kleincomputer für Kinder, auf denen spezielle Lernprogramme laufen.

Lerncomputer wurden seit Ende der 1940er Jahre, oftmals als Bausätze, zu relativ erschwinglichen Preisen angeboten. Diese waren anfänglich oft nur in den USA erhältlich. Bei einem Bausatz war der Lernerfolg besonders groß, da man jedes Bauteil einmal in die Hand nehmen musste. Das Verständnis für die Computerhardware wurde so gefördert.

In Deutschland verfügbar war 1968 Logikus, ein vom Kosmos-Lehrmittelverlag herausgebrachter Lerncomputer; Geräte wie der EZ80-DIT und PROFI-5-Mikrocomputerfamilie folgten. Ab 1969 war der Piko dat in der DDR erhältlich. 1981 stellte die DDR den LC80 her und in den Folgejahren wurden u. a. der Kosmos CP1, Polycomputer 880, Know-how-Computer, NDR-Klein-Computer und Robotron BIC A 5105 angeboten. Mit der Herstellung erschwinglicher Großseriencomputer für den Heimgebrauch Anfang der 1980er Jahre, wurde der klassische Lerncomputer mehr und mehr zurückgedrängt.

Lerncomputer für Kinder werden heute z. B. von dem Unternehmen Vtech gefertigt. Bei dieser Art von Lerncomputern steht die Technik allerdings eher im Hintergrund. Auf diesen, speziell für Kinder angepassten Kleincomputern, laufen verschiedene Lernprogramme, um z. B. das Allgemeinwissen oder das Kopfrechnen zu fördern.

Eine noch junge Entwicklung sind Computerspiele mit virtuellen Lerncomputern. So lässt sich zum Beispiel das Open-World-Spiel Minecraft durch das Mod ComputerCraft aufrüsten, mit dessen Hilfe der Spieler virtuelle Computer und Roboter konstruieren kann, die in der Skriptsprache Lua programmiert werden können.[1] Das Minecraft-Mod RedPower 2 bietet Bauelemente für 6502-ähnliche virtuelle Computer, die in den Sprachen 6502 Assembly oder Forth programmiert werden können.[2]

(Auswahl)

Häufig sind die Grenzen fließend, zwischen Lerncomputern, Einplatinencomputern, Entwicklungssystemen, Homecomputern usw.

Experimentierkästen, Bausätze u. ä.
JahrHerstellerNameCPUNachfolgerAnmerkungenBild
1949Edmund C. BerkeleySimon- (elektromechanisch)-Relais
1955Edmund C. BerkeleyGeniacmechanischTyniac
Weeniac
Brainiac (1958)
DrehscheibenImage
1961Scientific Development Corp.Minivac 601elektromechanischRelais, SchalterImage
1968KosmosLogikusmechanischLOGIX, Piko datSchieber, DrahtbrückenImage
1969COMSPACEArkay CT-650mechanischzusammengebaute Version des Paperclip Lerncomputers, der aus Alltagsgegenständen besteht (wie Büroklammer und Konservendose), basierend auf dem Buch „How To Build a Working Digital Computer“[3] von 1967
1978SharpMZ-40K4-bit (custom)MZ-80K (Computer)Einplatinen-Experimentiercomputer
1981BuschMicrotronic 2090TMS1600 (4 bit)2188 Computertechnik24 Tasten, Hex
1981GakkenFX-Computer (R-165)TMS1100 MP1312 (4-bit)Science Fair Microcomputer Trainer (1985), Gakken GMC-4 (2009, Neuauflage 1981)20 Tasten, Hex[4][5]
1983KosmosCP1Intel MCS-48 (8 bit)Folientastatur, Pseudo-Prozessor-BefehleImage
1983Philips6400 Microcomputer Master LabINS8070 (8 bit)Kassetten-Interface
1985Tandy RadioShackScience Fair Microcomputer TrainerTMS1100 MP1312a (4-bit)Gakken GMC-4 (2009, Neuauflage 1981)20 Tasten, Hex[6]
Schulungscomputer / Industrie
JahrHerstellerNameCPUNachfolgerAnmerkungenBild
1976ITTMP-ExperimenterIntel 8080 (8 bit)Schiebeschalter, Tastatur Hex, Lampen, Schablonen
1976RCACOSMAC MicrotutorCDP1801 (8 bit)Microtutor II (1977)Kipphebel
1977Christiani VerlagMikroprozessor System 85Intel 8085 (8 bit)Modul/Rack-Bauweise
1978Christiani VerlagSC/MP-LehrcomputerSC/MP (8 bit)Platinen-Bausatz
1978Ingenieurbüro KammererEZ80-DITµPD8080A (8 bit)Einplatinencomputer, Tasten, KipphebelImage
1979BFZ EssenMikrocomputer für Ausbildung MFAIntel 8085 (8 bit)Modul/Rack-BauweiseImage
1979SiemensECB85Intel 8085 (8 bit)Einplatinencomputer, Tastatur, Hex, BreadboardImage
1981Ingenieurbüro KammererPROFI-5Intel 8080 (8 bit)MICO-80 (Z80), PROFI-5EEinplatinencomputer, 25 Tasten, HexImage
1983VEB PolytechnikPolycomputer 880MME U880 (8 bit)Koffer, Kassetten-InterfaceImage
1983SELZ80 TrainerZilog Z80 (8 bit)DAG Technikum MP Lernsystem (1988)Koffer, Schiebeschalter, Tasten LEDs
1984VEB Mikroelektronik ErfurtLC80MME U880 (8 bit)EinplatinencomputerImage
1986DATANorfWDR-1-Bit-ComputerMotorola MC14500 (1-Bit)Multi-Platinen-Bausatz
1989robotronBIC A 5105MME U880 (8 bit)Homecomputer, BildungscomputerImage
Entwicklungssysteme / Trainings-Kits
JahrHerstellerNameCPUNachfolgerAnmerkungenBild
1976NECTK-80μPD8080A (8 bit)Einplatinencomputer, Tastatur HexImage
1976HeathkitET-3400Motorola 6800 (8 bit)Tastatur, Hex, BreadboardImage
1976RockwellAIM-656502 (8 bit)AIM-65/40HeimcomputerImage
1976Texas InstrumentsLCM-1001SBP0400 (4 bit Bit-Slice)Kipphebel, LämpchenImage
1981MicrotechMicroprofessor IZilog Z80 (8 bit)MPF-I PlusEinplatinencomputerImage

Für weitere, allgemeine Entwicklungssysteme, siehe System Design Kit.

Einzelnachweise

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  1. ComputerCraft
  2. RedPower 2 Mod 1.7.4 for Minecraft 1.7.4 (Memento des Originals vom 1. Februar 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. How To Build a Working Digital Computer, das komplette Buch als PDF-Datei; siehe auch How to Build a Working Digital Computer… out of paperclips, evilmadscientist.com, abgerufen am 15. Oktober 2017
  4. https://jsonj.co.uk/project/r165/otona-no-kagaku-vol24-pg76.pdf
  5. https://jsonj.co.uk/project/ex150/vol32-jp.pdf
  6. https://archive.org/details/radioshack-1985/page/155/mode/1up