30 Wörter der Bildungssprache, deren Gebrauch sich wirklich lohnt

30 Wörter der Bildungssprache, deren Gebrauch sich lohnt

Diese bildungssprachlichen Wörter sollten häufiger verwendet werden. Sie heben das Niveau, das Schüler, Studenten und Deutsche im Allgemeinen an den Tag legen. Man könnte sie öfter einsetzen, und man sollte. Darum geht es.

Es sind nicht die leichtesten und nicht die bekanntesten Begriffe, sie gehören aber zu den nützlichsten Werkzeugen der Bildungssprache. Sie sind flexibel einsetzbar und erhöhen spürbar die Präzision deines Sprachgebrauchs; im Kern geht es um das genaue Wort statt des ungefähren. Siehe auch:

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Die Dreißigerliste

Hier sind sie. Es sind nicht unbedingt die gewöhnlichsten … Aber lass dich davon nicht abschrecken. Viele davon sind Adjektive, und wie man Adjektive geschickt einsetzt, ist eine Kunst für sich.

  1. affirmativ (bestätigend, zustimmend)
  2. ambivalent (gleichzeitig widersprüchliche Gefühle oder Gedanken habend)
  3. de facto (tatsächlich, in der Praxis)
  4. dezidiert (entschieden, bestimmt)
  5. diametral (genau entgegengesetzt, gegenüberliegend)
  6. dichotom (zweigeteilt, in zwei völlig gegensätzliche Teile oder Meinungen gespalten)
  7. disparat (ungleichartig, wesensverschieden)
  8. eklektisch (aus Verschiedenem zusammengestellt, montiert, collagiert)
  9. elaboriert (ausgearbeitet, in komplexer oder detaillierter Weise entwickelt)
  10. eminent (herausragend, von großer Bedeutung)
  11. eruieren (ermitteln, herausfinden, feststellen)
  12. fakultativ (freiwillig, nicht zwingend)
  13. idiosynkratisch (eigentümlich, auf individuelle Besonderheiten bezogen)
  14. implizit (nicht direkt ausgedrückt, aber als verstanden vorausgesetzt)
  15. inkrementell (schrittweise, in kleinen Schritten erfolgend)
  16. kohärent (zusammenhängend, logisch stimmig)
  17. konsekutiv (folgend, aufeinanderfolgend)
  18. konträr (gegensätzlich, entgegengesetzt)
  19. manifest (offenkundig, deutlich erkennbar)
  20. obligat (verpflichtend, notwendig)
  21. obsolet (veraltet, nicht mehr in Gebrauch)
  22. polarisieren (Meinungen stark auseinanderführen, Gegensätze schaffen)
  23. pragmatisch (praktisch, auf das Nützliche ausgerichtet)
  24. redundant (überflüssig, mehr als notwendig)
  25. resilient (widerstandsfähig, schnell sich erholend)
  26. stringent (zwingend, in der Argumentation streng folgerichtig)
  27. subtil (feinsinnig, kaum merklich)
  28. transzendent (über die Grenzen der normalen Erfahrung oder des Wissens hinausgehend)
  29. utilitaristisch (den Nutzen betonend, auf den größtmöglichen Nutzen ausgerichtet)
  30. volatil (unbeständig, schnell veränderlich)

Warum genau diese Wörter der Bildungssprache?

Die Auswahl folgt ein paar Überlegungen. Alle zielen darauf, das sprachliche Niveau zu heben und den Ausdruck präziser und differenzierter zu machen.

Komplexität und Präzision. Diese Wörter fassen komplexe Sachverhalte und feine Nuancen genauer. »Ambivalent« etwa beschreibt Gefühle, die gleichzeitig widersprüchlich sind, und trifft damit etwas, das alltäglichere Begriffe nur umständlich umschreiben.

Fachsprachliche Nähe. Einige Wörter wie »konsekutiv« oder »fakultativ« sind in bestimmten Fächern verankert, etwa in der Wissenschaft oder der Rechtssprache. Wer sie im Alltag gebraucht, schlägt eine Brücke zwischen normaler und fachlicher Kommunikation. Das hilft in akademischen und beruflichen Kontexten, und es lässt sich gezielt trainieren.

Erweitertes Repertoire. Mit solchen Wörtern wächst der aktive Wortschatz. Begriffe wie »subtil« oder »stringent« erlauben es, Gedanken genauer zu fassen. Wer mehr davon will, findet im Schnelldurchlauf durch 199 Begriffe reichlich Nachschub.

Kritisches Denken. Komplexe Wörter zu verwenden, verlangt und schult zugleich das Denken. Wer »disparat« oder »volatil« korrekt anwendet, muss das dahinterliegende Konzept verstanden haben und auf neue Fälle übertragen können.

Sprachliche Sensibilität. Die Auswahl schärft auch das Gespür für Feinheiten. Wer »implizit« von »explizit« oder »manifest« von »latent« trennen kann, liest Texte genauer. Ähnlich unauffällig, aber nützlich sind die bildungssprachlichen Verben, die selten auffallen und doch viel tragen.

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Der Autor

Sven Edmund Lennartz ist seit 25 Jahren Fachautor und Gründer mehrerer Online-Unternehmen, wie Dr. Web (Webdesign), Conterest (Bloggen), Sternenvogelreisen (Sprache) und Smashing Magazine (Webdesign & Entwicklung). Autorenhomepage

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