Wo klare Brunnen fließen …

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Fontana del Moro, Piazza Navona in Rom – Foto: ©Constanze

~ Die Quellen von Rom ~

Durchtränkt von allem folgst du dieser Stadt,
die Münze fiel, wo klare Brunnen fließen,
wo alles strömt, pulsiert für den, der hat
die tiefen Wasser, die sich ihm ergießen.

Ergießen sich in jede offne Hand,
ins Herz, das bis zum Überfluss am Rand
sich still verschenkt an flüsternde Gestade –
es klingt aus sich heraus mit großer Gnade.

Gnade dem Ort, der spiegelt jenes Bild
des Ewigen, das liebt, erkennt und stillt
den Durst all jener, die in Mattheit schleichen
und selbst dem Rinnsal des Lebend’gen weichen.

Roms Quellen sind ein ungetrübtes Zeichen
für eine Wendung hin zur reinen Flut,
die reichlich schöpft und gibt so ohnegleichen
und im Moment des Überganges ruht.

© Constanze

Mit einem Flor von Rhododendrontönen

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Rhododendronblüte am Geroldsauer Wasserfall in Baden-Baden, Foto: © Constanze

~ Sommerkleid & Klang ~

Mein Garten trägt des Sommers grünes Band
mit einem Flor von Rhododendrontönen
in Rot an Lila, Fülle, die es krönen,
umspielen Weg und Steg in Säumen weit
und lächeln mit Gewässern, die bereit
und eingestimmt sind auf ein Festgewand.

© Constanze

Dann strömt es herab…

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Heilige Dinge

Sie hebt uns hinaus ins Größere, Freie,
Lässt uns Unendlichkeit ahnen,
Ob Sehnsucht, Entgrenzung, innere Weihe,
Den Weg ins Verzückende wird es sich bahnen.
Es ist die Kunst, die ins Ewige führt,
Das Lebende, Göttliche in uns berührt.

Wir atmen den Himmel, fühlen die Weite,
Spüren uns ganz und durchdrungen,
Erfahren des Daseins köstliche Seite,
Denn alles wirkt tiefer, erfüllter, gelungen.
Leben, Geschehen, bewusster noch nie,
Erscheinen in trunkener Lust wie Magie.

Dann strömt es herab, ein geistiger Regen
Lässt dich urplötzlich gesunden:
Wir spüren den Pfeil, das Herz sich bewegen,
Uns zärtlich und sanfter einander verbunden.
Liebe, ihr Goldstrahl durchs Wolkenfeld bricht,
Ein Gott ist, sind selber das ewige Licht.

©Wolfregen

Wie still die Welt, wie weit das Meer…

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Tag und Meer und Leben

Es dämmert leicht, das Auge sieht,
Die Nacht entweicht, der Schleier flieht.
Wie still die Welt, wie weit das Meer!
Und wir gestellt ins Ungefähr.

Die Sonne nicht, geht glühend auf:
Schön in ihr Licht strebt unser Lauf.
So hell, bewusst der Morgenglanz,
Des Lebens Lust erfasst uns ganz.

Schon Mittag fast, hoch steht die Tat,
Ein Segelmast von ferne naht.
Bringt uns an Bord erhofftes Glück?
Sich nähernd dort nun Stück um Stück.

Schon sehen kann man Bug und Deck,
Unwirklich dann das goldne Heck.
Entfernt sich, ach, wird kleiner, schwand,
Ein Strichpunkt, schwach, am Himmelsrand.

Ist Abend schon am Nachmittag?
Ein Traum davon im Herzen lag.
Die Sonne sinkt, mit ihr das Schiff,
Kein Auge winkt, kein Lächeln griff.

Wird dunkel, still, dann tiefe Nacht,
Warum April, warum erwacht?!
Die Sterne nur uns leuchten noch
Und Herz und Uhr, sie schlagen doch.

©Wolfregen

So schnell verweht …

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Foto: ©Constanze

~ Kamelienweiß an Grün ~

Komm heute noch in den Kameliengarten
und freue dich an diesem üpp’gen Blühn,
so schnell vergehen alle reichen, zarten
Gewächse wie Momente, die verglühn,
doch bleibt beständig dieses Grün im Blatt,
Erinnerung an Leben, wer es hat
als Fünkchen, Keim in seinem eignen Herzen.

©Constanze

Vom Unendlichen weht ein Hauch…

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Christian Ernst Morgenstern: Heide in der Nähe von Saint-Hippolyte (1848)

Vorfrühlingszeit

Anfang März! Mir die liebste Zeit,
Wärmer wird es, das Herz wird weit!
Licht und Himmel, was Wolken malen,
Heller, geistiger in mich strahlen.

Augen, liebende, leuchten auch,
Vom Unendlichen weht ein Hauch:
Was vom Göttlichen herstammt, spürt es!
Schöner wirst du, die Stirn berührt es.

Klarer Morgen, was der vermag?!
Vögel pfeifen schon lang vor Tag,
Ihre Stimmen rings hör ich gerne,
Stärker reizt mich die blaue Ferne!

Früh schon wach wie ein Engelskind,
Frühlings stille Magie beginnt!
Draußen Großes, geheim noch, rege,
Veilchen riechen schon süß am Wege.

Wird bald lieblicher, bunter sein,
Weiches Grün dann erfüllt den Hain!
Überdeckend sein graues Loden,
Sprießt der Krokus aus welkem Boden.

Noch schläft sanft aber die Natur,
Wir empfinden und ahnen nur,
Liegen träumend in ihrem Nachen,
Warten selig auf ihr Erwachen.

©Wolfregen

Venedig zum Valentinstag

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Foto: © Alois_Wonaschuetz / pixabay.com

~ Liebeserklärung venezianisch ~

In dir klingt immer etwas von der Seele
der goldnen Inselwelt bei Tag und Nacht
und Serenissima in mir erwacht,
wenn ich dich anseh und gespiegelt wähle.

Dann lichtet Nebel sich und leuchtet klar
dein Canaletto-Blick, meerblau bewegend,
malt sich als Bild mit Liebe in die Gegend
des Herzens von Venezia, schön und wahr.

Und deine warme Stimme hör ich gerne,
entflammt die Sonne und bei Nacht die Sterne,
die funkeln über heit’rem Wellengang,
anbrandend an Gestaden mit Gesang.

Vivaldi virtuos schwingt bei dir mit,
mollmelancholisch im Stakkatoschritt
lockst du zum Tanz gleich Gondeln, die sich wiegen,
im Schein des Mondes aneinanderschmiegen …

©Constanze

Aus dem Eis gepflückt ❄❄

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Maximilian Lenz: Frühlingsreigen, 1913

*~ Januargefühl (XI) ~*

Zeit für Schneeglöckchen!

Noch steckt viel Lethargie in müden Knochen,
im Taumel zwischen Tag und Traum ist mir,
als ob ein Murmeltier hätt sich verkrochen
im letzten Winkel meiner Seele hier.

Zu kalt war dieser Januar, zu dunkel
und ohne Poesie und Sterngefunkel,
obwohl so manche Nacht ward klar erhellt
und strahlend weiß ins Glitzerkleid gestellt.

Nun lass ich allen Schnee von gestern sein,
pflück aus der Eiszeit nur noch reine Blüten,
licht läuten Glöckchen wärm‘re Tage ein,
die ich befeuern möcht, mit Herzblut hüten.

©Constanze

~ Noch mehr Gedichte zum Thema „Januargefühl“ finden sich unter der Rubrik „Interieur“, siehe linke Spalte. ~

Ich höre leis deine Stimme…

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Priesterin im Heiligen Hain

Es brennt ein heiliges Feuer
In einem Heiligen Hain,
Gehüllt in zärtliche Schleier
Mögst du die Priesterin sein.

Ich höre leis deine Stimme,
Die Schönes sanfter noch spricht,
Goldhaar in schimmerndem Glimme,
Es reicht dir weit ins Gesicht.

Ich sehe Augen, sie tragen
Sehr weichen, seidigen Glanz
Und was sie wortlos mir sagen,
Das weiß und fühle ich ganz.

©Wolfregen

Mit den Flügeln eines Engels -⭐ Frohe Weihnachten!

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Foto ©: Constanze

*~ Vom Himmel herzgeschenkt ~*

Heut schwebt ein Engel durch den Raum der Stille,
sacht dich erschütternd mit der Flügel Klang,
im Rauschen des Entfaltens, Cherubs Sang
verkündet sich ein göttlich großer Wille.

Du dachtest oft, es gibt ihn nicht im Leben,
weil er dir unsichtbar erschien im Sein,
doch wenn du liebst mit deinem ganzen Geben,
geht er an deiner Seite licht und rein.

Dann zeigt er sich vom Himmel herzgeschenkt,
hebt dich hinauf, hinaus auf seinen Schwingen,
du weißt, das Dasein musst du nicht bezwingen –
es ist ein Öffnen nur, das alles lenkt.

©Constanze

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Liebe Leserinnen und Leser,
nur noch wenige Tage sind es bis 2026.
Wir wünschen Euch frohe Weihnachtstage
und einen besinnlichen Jahreswechsel.
Alles Gute für ein glückliches neues Jahr!

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