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Grun-Bordas

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Grun-Bordas
Grun-Bordas (Frankreich)
Grun-Bordas (Frankreich)
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Staat FrankreichImage Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Périgord Central
Gemeindeverband Le Grand Périgueux
Koordinaten 45° 3′ N,  39′ OKoordinaten: 45° 3′ N,  39′ O
Höhe 97–231 m
Fläche 12,28 km²
Einwohner 244 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km²
Postleitzahl 24380
INSEE-Code
Website mairie-de-grun-bordas.jimdofree.com
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Bürgermeisteramt (Mairie)

Grun-Bordas (okzitanisch Grunh e Bòrdas) ist eine französische Gemeinde mit 244 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Le Grand Périgueux. Die Einwohner werden Grun-Bordasiens und Grun-Bordasiennes genannt.

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Der Vern bei Grun-Bordas
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Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Grun-Bordas liegt etwa 16 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 48 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 26 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac in der Landschaft des Périgord central an der Grenze zum Landais. Das Zentrum der Gemeinde befindet sich im Dorf Bordas. Der Via Lemovicensis, einer der vier historischen Wege der Jakobspilger in Frankreich, durchquert das Gemeindegebiet. Dieses liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Vern und einem kleineren Fließgewässer.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Grun-Bordas liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Grun-Bordas erstreckt sich über eine reichlich bewaldete Hügellandschaft, die durch das breite Tal des Vern durchgeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 231 m im Nordwesten am Lieu-dit Puyrance, der tiefste Punkt mit 97 m im Norden beim Austritt des Vern aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt oberhalb des Vern-Tals auf etwa 125 m Höhe.

Rund 51 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 47 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Grünland genutzt, rund 2 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]

Umgeben wird Grun-Bordas von den Nachbargemeinden:

Manzac-sur-Vern Saint-Paul-de-Serre Creyssensac-et-Pissot
Bourrou Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Vergt
Douville Saint-Maime-de-Péreyrol

Natürliche Risiken

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Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Grun-Bordas

Naturrisiken manifestieren sich in Grun-Bordas neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Grun-Bordas ist der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im weitaus größtem Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist das Gemeindegebiet bis auf das Vern-Tal von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 2005, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer nur schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

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Der Name des Dorfes Grun erschien im 13. Jahrhundert in der Schreibweise Girunh, dann Grunh (1268), später Grung im Jahr 1444. Er stammt von einem gallorömischen Personennamen, Grunnius.

Der Weiler von Bordas war früher eine Pfarrgemeinde. Sein Name ist erst seit dem 15. Jahrhundert in den Schriften bekannt, im 17. Jahrhundert in latinisierter Form als Bordes. Er entspricht dem okzitanischen bòrda (deutsch Hütte, Scheune und Pachtgut), das als Entsprechung borde im Altfranzösischen hatte. Beide sind aus einem germanischen Wort, °borda (deutsch Bretterhaus) , hervorgegangen.[5]

Etwa zehn Wasserquellen auf dem Gebiet der Gemeinde erlaubten eine Entwicklung seit der Urgeschichte. Fernand Sabouret, ein ehemaliger Bürgermeister, besitzt eine Sammlung von bearbeiteten und polierten Steinen, die in Grun-Bordas gefunden wurden. Die Reste eines Oppidums in gallorömischer Zeit belegen eine strukturierte Besiedelung in jener Epoche. Es hatte eine Ausdehnung von einem halben Hektar und befand sich oberhalb des Tals des Vern. Dort ist im Wald ein sehr großer Stein zu sehen, der wie ein Dolmen aufgestellt wurde und la tombe du général (deutsch das Grab des Generals) genannt wird. Die Heirat von Eleonore von Aquitanien mit Heinrich Plantagenet, dem zukünftigen englischen König, bewirkte die Beherrschung des Périgords durch die englische Krone vom 12. Jahrhundert bis zum Jahre 1453, als Aquitanien nach dem Ende des Hundertjährigen Kriegs in das Königreich Frankreich wieder eingegliedert wurde. Im 15. Jahrhundert war Bordas eine Pfarrgemeinde und ein Priorat, das der Abtei von Tourtoirac unterstand. In den acht Hugenottenkriegen standen katholische und protestantische Parteien gegenüber, und die Truppen plünderten im 16. Jahrhundert das Land und zerstörten zahlreiche Kirchen. Im Jahre 1584 lehnten sich die Bauern bei der Ankündigung von neuen Steuern auf, aber die Revolte wurde durch königliche Kräfte niedergeschlagen. Diese Rebellion der Croquants wurde jedoch fortgesetzt und endete erst im Jahre 1642, als ihr Hauptanführer Pierre Grellety seine Kapitulation verhandelte. Die Thronbesteigung des französischen Königs Karl X. im Jahre 1824 änderte das Leben der Gemeinde, denn die Route nationale 21 durchquerte fortan das Gebiet der Gemeinde.[6][7][8]

Per Dekret vom 26. März 1993 wurde der Name Grun durch Grun-Bordas ersetzt.[9]

Einwohnerentwicklung

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EinwohnerJahr1002003004005006001750180018501900195020002050Grun-Bordas
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[10] INSEE ab 2006[11]

Gemeindepartnerschaft

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Grun-Bordas unterhält über den ehemaligen Kanton Vergt seit 1996 eine Gemeindepartnerschaft mit Saint-Jacques in der kanadischen Provinz Québec.[12]

Sehenswürdigkeiten

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Pfarrkirche Notre-Dame de l’Assomption
Pfarrkirche Notre-Dame de l’Assomption

Pfarrkirche Notre-Dame de l’Assomption

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Die zu Ehren von Marias Aufnahme in den Himmel geweihte Kirche wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Ein rundbogenförmiges Eingangsportal bietet Einlass in das Innere. Oberhalb der Vorhalle erhebt sich der Glockenturm. Das Langhaus ist schmucklos und unterstreicht den neuromanischen Stil der Kirche.[13]

Naturschutzgebiete

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Zwei Naturschutzgebiete, Vallée du Vern de Bordas aux cinq ponts und Coteaux du Vern, bewahren Flora und Fauna des Tals des Vern.[14][15]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[16]

Erwerbstätigkeit

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Im Jahre 2022 waren 131 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Grun-Bordas erwerbstätig, entsprechend 81,5 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (84,6 %) höher war als bei den Frauen (78,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 23 Personen im Jahr 2022 höher als im Jahr 2016 (18). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 15,7 % (2016) auf 18,0 % (2022). Insbesondere stieg die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen von 20,0 % auf 69,2 %.[17]

Branchen und Betriebe

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24 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Grun-Bordas wirtschaftlich aktiv:[17]

Branche
Anzahl%
Gesamt24
Fertigung, Bergbau und andere Industrien520,8 %
Baugewerbe416,7 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie28,3 %
Immobilien14,2 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten312,5 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln312,5 %
Andere Dienstleistungen625,0 %

Grun-Bordas liegt in den Zonen mit geschützter Ursprungsbezeichnung (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.[18]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[19] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 19 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 16 im Jahr 2000, auf 9 im Jahr 2010 und auf 8 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 57,9 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 434 Hektar im Jahre 1988 auf 567 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 22,8 Hektar auf 70,8 Hektar.[20][21][22]

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Logo des Jakobswegs

Der Fernwanderweg GR 654 von Namur in Belgien über Vézelay nach Saint-Jean-Pied-de-Port führt durch den Weiler Grun. Er folgt der Via Lemovicensis, einem der vier Jakobswege in Frankreich.[23]

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Nationalstraße N 21 bei Bordas

Die Nationalstraße N 21 durchquert Grun-Bordas von Nord nach Süd und verbindet die Gemeinde im Norden mit Périgueux und im Süden mit Bergerac. Die Departementsstraße D 42 verbindet Grun-Bordas mit den Nachbargemeinden Bourrou im Westen und Saint-Maime-de-Péreyrol im Süden. Die D 43 durchquert das Gebiet der Gemeinde von Nordwest nach Südost und verbindet es mit den Nachbargemeinden Manzac-sur-Vern im Nordwesten und Vergt, dem Hauptort des Kantons, im Südosten.

Persönlichkeiten

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Jean-Louis-Auguste Clavel, geboren am 21. Januar 1808 in Saint-Geniez-d’Olt im Département Aveyron, gestorben gegen 1876, war katholischer Priester, Arzt und Botaniker. Er war zeitweise Pfarrer in Grun.

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Grun-Bordas – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  2. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  3. Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  4. Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  5. Siehe Tanet, Hordé, Seiten 173–174
  6. Grun-Bordas (französisch) (Memento vom 18. Mai 2017 im Internet Archive)
  7. Histoire de Grun-Bordas. Gemeinde Grun-Bordas, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  8. Grun Bordas (französisch) (Memento vom 17. August 2019 im Internet Archive)
  9. Décret du 26 mars 1993 portant changement de nom de communes. Légifrance, 26. März 1993, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  10. Notice Communale Grun-Bordas. EHESS, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  11. Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 1. April 2026
  12. Le comité de jumelage du Pays vernois a 20 ans. Sud Ouest, 14. Juni 2016, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  13. Eglise Notre-Dame-de-l’Assomption. Observatoire du patrimoine religieux, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  14. Vallée du Vern de Bordas aux cinq ponts (französisch) (Memento vom 13. November 2018 im Internet Archive)
  15. Coteaux du Vern (französisch) (Memento vom 1. Mai 2022 im Internet Archive)
  16. École primaire. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  17. 1 2 Dossier complet Commune de Grun-Bordas (24208). INSEE, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  18. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit. Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  19. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  20. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Grun-Bordas. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  21. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  22. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 13. April 2026 (französisch).
  23. La voie de Vézelay. Agence de Coopération Interrégionale et Réseau „Chemins de Saint-Jacques de Compostelle“, abgerufen am 13. November 2018 (französisch).