Iodchlorid
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| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Iodchlorid | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | ClI | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
rotbraunes Öl bzw. rubinrote nadelförmige Kristalle[1] | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 162,36 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
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| Dichte |
3,1 g·cm−3[2] | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | |||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
94,4 °C (Zersetzung)[3] | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
41,8 Torr (30 °C)[4] | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
Zersetzung in Wasser[3], löslich in Ethanol, Schwefelkohlenstoff, Aceton, Pyridin[5] | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Thermodynamische Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| ΔHf0 |
−23,8 kJ/mol[3] | ||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Iodchlorid (auch Iodmonochlorid) ist eine Interhalogenverbindung, die aus den Elementen Iod und Chlor besteht. Es wurde 1814 von Humphry Davy sowie unabhängig auch von Gay-Lussac entdeckt.
Gewinnung und Darstellung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Iodchlorid lässt sich aus den Elementen oder durch Kochen von Iod in Königswasser herstellen.[1]
Die Verbindung kann auch durch die Umsetzung von Trifluorchlormethan mit Iod erhalten werden.[6]
Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Physikalische Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Iodchlorid tritt in zwei polymorphen Kristallformen auf. Die α-Form bildet rubinrote Nadeln, riecht stechend und ist wenig hygroskopisch.[3] Sie schmilzt bei 27,38 °C mit einer Schmelzenthalpie von 11,61 kJ·mol−1. Die Wärmekapazität beträgt bei 22 °C 57,53 J·mol−1·K−1.[4] Die metastabile β-Form liegt in Form von braunroten, rhombischen Tafeln vor, die bei 13,8 °C schmelzen.[3] Beide Kristallformen bilden ein monoklines Gitter mit der Raumgruppe P21/c, allerdings mit unterschiedlichen Zellkonstanten.[7][8]
Chemische Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Iodchlorid zerfällt am Siedepunkt in Chlor und Iod. In Wasser zersetzt es sich zu Chlorwasserstoff, Iodsäure und Iod.[1] Mit Alkalimetallen und mit Aluminium erfolgt eine heftige bis explosionsartige Reaktion. Gefährliche Reaktionen sind auch mit Phosphor, Schwefel, Phosphortrichlorid und Metallsulfiden möglich.[9][10]
Verwendung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Iodchlorid kann in der organischen Synthesechemie als Iodierungsreagenz für aromatische Verbindungen oder gleichzeitiges Iodierungs- und Chlorierungsreagenz für ungesättigte Verbindungen eingesetzt werden.[5][11] Mit einer essigsauren Iodchlorid-Lösung lässt sich außerdem die Iodzahl von Ölen und Fetten bestimmen (Wijs-Methode).[1][12]
Sicherheitshinweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Iodchlorid ist allgemein ätzend, die Dämpfe/Aerosole verursachen Husten, Atemnot und Schleimhautreizungen. Die niedrigste bekannte letale Dosis beträgt oral bei Ratten 50 mg/kg Körpergewicht, beziehungsweise 500 mg/kg bei der Aufnahme durch die Haut.[13]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 Eintrag zu Iodchloride. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 4. Juni 2015.
- 1 2 3 Eintrag zu Chloriod in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2025. (JavaScript erforderlich)
- 1 2 3 4 5 6 7 A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 465.
- 1 2 Calder, G.V.; Giauque, W.F.: The Entropy of Iodine Monochloride. Heat Capacity from 17 to 322°K. Vapor Pressure. Heats of Fusion and Vaporization in J. Phys. Chem. 69 (1965) 2443-2452.
- 1 2 e-EROS Encyclopedia of Reagents for Organic Synthesis, 1999–2023, John Wiley and Sons, Inc., Eintrag für Iodine Monochloride, abgerufen am 23. Oktober 2023.
- ↑ Lord, A.; Goy, C.A.; Pritchard, H.O.: The heats of formation of trifluoromethyl chloride and bromide in J. Phys. Chem. 71 (1967) 2705–2707, doi:10.1021/j100867a048.
- ↑ Van Der Heide, J.; Vos, A.; Wiebenga, E.H.: The crystal structure of α-ICl in Acta Cryst. 9 (1956) 274–277, doi:10.1107/S0365110X56000760.
- ↑ Carpenter, G.B.; Richards, S.M.: The crystal structure of β-iodine monochloride in Acta Cryst. 15 (1962) 360–364, doi:10.1107/S0365110X62000882.
- ↑ L. Roth, U. Weller-Schäferbarthold: Gefährliche Chemische Reaktionen - Potentiell gefährliche chemische Reaktionen zu über 1750 Stoffen, Eintrag für Iodchlorid, CD-ROM Ausgabe 12/2025, ecomed Sicherheit Landsberg/Lech, ISBN 978-3-609-48040-4 .
- ↑ P.G. Urben; M.J. Pitt: Bretherick's Handbook of Reactive Chemical Hazards. 8. Edition, Vol. 1, Butterworth/Heinemann 2017, ISBN 978-0-08-100971-0, S. 799.
- ↑ V. H. Wallingford and Paul A. Krueger: 5-Iodoanthranilic Acid In: Organic Syntheses. 19, 1939, S. 52, doi:10.15227/orgsyn.019.0052; Coll. Vol. 2, 1943, S. 349 (PDF).
- ↑ Armin Lauterbach, Gustavo Uber: Iodine and Iodine Compounds, in: Kirk-Othmer Encyclopedia of Chemical Technology, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim 2011; doi:10.1002/0471238961.0915040912012120.a01.pub3.
- ↑ Datenblatt Iodchlorid bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.